Digitale Metro für Paris
Der Grand Paris Express verbindet Flughäfen, Geschäfts- und Wissenschaftszentren und fördert den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr – modern, effizient und vernetzt.
© Viacheslav Lopatin
CDM Smith war in diesem Projekt für die Untersuchung der Bodenproben für die geplante Vereisung verantwortlich und beriet die verschiedenen Auftraggeber beim Design sowie der Auswahl des geeigneten Verfahrens.
Mehrere Auftraggeber
Paris, Frankreich
In der Region um die französische Hauptstadt Paris wird aktuell das größte Infrastrukturprojekt Europas gebaut: Der Grand Paris Express. Ein vollautomatisches Metronetz von unvergleichlicher Größe. CDM Smith untersuchte Bodenproben für die geplante Vereisung und stand verschiedenen Auftraggebern beratend beim Design und bei der Auswahl des geeigneten Vereisungsverfahrens zur Seite.
Der Grand Paris Express verbindet Flughäfen, Geschäfts- und Wissenschaftszentren und fördert den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr – modern, effizient und vernetzt.
Aufgrund der komplizierten Baugrundbedindungen in Paris kam die Bodenvereisung für die Stabiliserungs- und Abdichtungsarbeiten zum Einsatz.
Unser hauseigenes Vereisungslabor in Bochum lieferte die maßgebenden Kennwerte für die Planung und Bemessung.
Da Vereisungsarbeiten in unmittelbarer Nähe zu Bestandsbauten und Verkehrswegen stattfanden, wurden Frosthebungs- und Frostdruckversuche durchgeführt, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Komplizierte Baugrundbedingungen und eingeschränkte Platzverhältnisse in der Pariser Metropole machten es erforderlich, für die Stabilisierungs- und Abdichtungsarbeiten anstelle der konventionellen Verfahren (wie z. B. soil mixing und jet grouting) auf die Bodenvereisung zurückzugreifen. So wurde die Bodenvereisung u. a. an der Bahnhofsstation „Vert de Maisons“ zur Erstellung eines Kappengewölbes für den Aushub der Mezzaninstollen und für die Errichtung einer ca. 75 m langen gefrorenen Sohlplatte zur Baugrundstabilisierung erfolgreich eingesetzt. Hierbei wurden ca. 150 Gefrierbohrungen mit Längen zwischen 8 m und 78 m und einer Gesamtlänge von ca. 4.500 m hergestellt. Weitere Anwendungen des Gefrierverfahrens im Gesamtprojekt waren u. a. die Erstellung eines Verbindungsstollens zwischen der Metro und einem Schachtbauwerk und die Erstellung von unterirdischen Verbindungen zwischen einer Bahnhofsstation und anderen Gebäudestrukturen.
Zwischen 2015 und 2021 wurde CDM Smith von unterschiedlichen Baufirmen und Planungsbüros mit Laboruntersuchungen an gefrorenen Böden und Beratungsleistungen beauftragt. Neben bodenmechanischen Klassifizierungsversuchen, mineralogischen Untersuchungen und chemischen Analysen (Salzgehalt) nahmen wir ebenso bei unterschiedlichen Temperaturen ein- und triaxiale Druck- und Kriechversuche an ungestörten Bohrkernproben als auch an künstlich aufbereiteten Bodenproben vor. Da die Vereisungsmaßnahmen in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Untergrundstrukturen sowie auch oberirdischen Verkehrs- und Gebäudestrukturen stattfanden, waren Frosthebungs- und Frostdruckversuche notwendig, um den Einfluss der Vereisungsmaßnahmen auf die Bestandsstrukturen abschätzen zu können.
Auf Grundlage der Laboruntersuchungen konnten wir schließlich die statischen und wärmetechnischen Kennwerte für die verschiedenen Formationen ableiten, die die Grundlage für die statische Bemessung der Frostkörper und die wärmetechnischen Berechnungen zur Ermittlung der zeitlichen Frostkörperentwicklung und des erforderlichen Energiebedarfs bildeten. Im Zuge der Planung der Vereisungsmaßnahmen stand CDM Smith den verschiedenen Auftraggebern für Fragestellungen beim Design und der Auswahl des geeigneten Verfahrens für die Vereisung beratend zur Seite.
Hinter dem Projekt steht die Société du Grand Paris, ein nationales Unternehmen, das die Konzeption, Gestaltung und Umsetzung des Grand Paris Express verantwortet. Der Grand Paris Express strebt danach eine komplett digitale Metro zu werden. Ziel des Projektes ist es, die Anbindung der drei Pariser Flughäfen, verschiedener Geschäftsviertel und wissenschaftlicher Zentren zu verbessern sowie die Nutzung des privaten Pkw zugunsten des öffentlichen Verkehrs einzudämmen und bessere Verbindungen zwischen Arbeits- und Wohngebieten zu schaffen.